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„Dieser Film soll in der Zukunft zeigen, wie es damals war!"

„Das ist ein wichtiges Ansinnen. Und bei diesem Jahrgangs-Film "Unser Jahrgang 1940 vom Baby bis zum Twen" wird es erfüllt. Vielerlei fällt mir dazu ein, wenn ich diesen Film sehe:


Die Märklin-Bahn.


So eine hatten wir auch daheim. Noch heute besitze ich eine, in den 1960er Jahren gekauft, um die Jugend aufleben zu lassen. Wie gerne habe ich damit immer gespielt.

Leider finden meine Enkel keinen Gefallen an ihr. Dann im Film hier die echten Eisenbahnen. Da ist auch ein Sonderzug von Hitler oder Göring zu sehen. Mit Vierlings-Flugabwehrkanonen vorne hinter der Lok, und hinten am Ende. Die Landser aus dem anderen Zug die staunen alle. Die sind alle in 3. Klasse-Wagen untergebracht. 


Dann die Hüte der Frauen: Eine Tante von mir hatte auch so einen breitkrempigen getragen. Eines Tages habe ich ein paar Bauklötzchen auf ihrem Hut befestigt. Sie hat ihn sich später von der Garderobe genommen, aufgesetzt und nichts bemerkt. Die wird danach bestimmt von Allen gegrüßt worden sein. 


Ab 1940 wurden auch an Frauen Raucherkarten ausgegeben. Auch wenn die deutsche Frau damals ja eigentlich nicht rauchen sollte. Raucherinnen waren bis dato ja meist nur ein paar mondäne Damen gewesen, Filmschauspielerinnen vor allem.

Und oft "Damen gegen Bezahlung".

Jedenfalls bekam meine Mutter nun während des Krieges auch diese Raucherkarten für sich. Die hat sie dann gegen die Brotkarten von einem starken Raucher eingetauscht. Und die konnte sie wiederum in Brot eintauschen. Auch wenn das Eintauschen eigentlich streng verboten war.

Es gab außerdem auch noch Reichsfett-, Reichsbrot-, Reichstextil-Karten und - weiß der Kuckuck - was sonst noch für Karten. Zum Beispiel Reisekarten für Hotelaufenthalte, um dann im Hotel einzelne Abschnitte einzulösen. Denn auf allen Karten gab es ja wiederum einzelne Abschnitte, die man dann vor Ort eingelöst hat. Die durften aber nicht zuvor abgeschnitten und lose eingereicht werden:

Das war dann streng verboten!

Streng verboten war auch jegliche Kritik am System. Und sei es auch nur andeutungsweise. So geschah es dann 1940, daß mein Großvater eine Vorladung zur Gestapo erhalten hat. Denn er hatte zuvor in einer Kneipe folgenden Witz verlautbaren lassen:

Als der kaiserlich-königliche Gendarm einst hier in Böhmen übers Land gegangen ist, da hat er sich einen Säbel umgeschnallt. Als dann später der tschechische Gendarm übers Land gegangen ist, da hat er sich einen Gummiknüppel umgeschnallt. Und als dann noch später der reichsdeutsche Gendarm übers Land gegangen ist, da hat er sich eine leere Aktentasche unter den Arm geklemmt...

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Das mißfiel der Geheimen Staatspolizei.

Mein Großvater wurde daraufhin von der Gestapo eindeutig belehrt und ist noch 'mal mit einem blauen Auge davongekommen.
Weihnachten 1942/1943 habe ich aus Kastanien und den Streichhölzern daheim kleine Tiere und Figuren gebastelt. Unsere Mutter war entsetzt. Denn Streichhölzer waren zu diesem Zeitpunkt schon streng rationiert. 

Benzin war noch knapper.

Mein Vater hatte seinen Wagen in der Garage. Denn es gab keinen Sprit mehr. Nebenan hatte ein Leichenbestatter seine Garage. Der bekam auch noch bis zum Schluß Benzin, und gab ab und zu davon etwas für teures Geld an meinen Vater ab.
Wenn das rausgekommen wäre, dann wäre mein Vater eingebunkert worden.
Der Leichenbestatter kam wiederum so ans Benzin heran: Wenn er keines mehr hatte, dann ging er zur Kreisleitung und sagte: Wenn er kein Benzin mehr kriege, dann müsse seine Kundschaft eben laufen...
Der kleine Bub im Film mit dem Cowboy-Hut. Das war kein amerikanischer Hut, wie er in den 50er Jahren hier in der Westzone aufkam, nein das war einer wie er in Deutsch-Südwestafrika getragen wurde. 

Ab 1945 waren dann die Wälder ausgeräumt:

Da wurde alles, was nicht niet- und nagelfest war als Brennholz mitgenommen. Selbst von Holzzäunen haben die die Latten geklaut. Nachts haben wir sie eingerissen. Kardinal Frings aus Köln hat damals gesagt: Aus Not kann man stehlen. Stehlen hieß alsbald nur noch "Fringsen". 

Friseure waren die ersten, die wirtschaftlich wieder auf die Beine kamen, denn sie schnitten den Bauern die Haare.

So kostete damals ein Herren-Haarschnitt 1 Ei.

Und eine Damenfrisur sicherlich etwas mehr. Ich lebte mit meinen Eltern da noch in Gablonz. Das war eine kleine sudetendeutsche Kreisstadt mit rund 40.000 fast ausnahmslos deutschen Einwohnern. Da ab 1945 die Tschechen damals selbst sehr wenig hatten, haben sie sehr gerne die alten Uniformen der Deutschen genommen und zu eigenen Uniformen umgewidmet. Egal ob es Wehrmachts- oder Waffen-SS-Uniformen waren.

Und besonders begehrt waren die schwarzen Uniformen der SS. 

Nach 1948 war dann in der Bundesrepublik das Ärgste vorüber, und es ging nur noch aufwärts. Immer aufwärts. Ab 1952 dann gab es auch keine Lebensmittelmarken mehr. Und auch keine Beerenkarten und Pilzkarten mehr, wenn man im Wald welche sammeln wollte.
Aber der Zusammenhalt in unserem Ort zerbrach, als die verdammten Mopeds Mitte der 50er Jahre aufkamen: Da fuhren die jungen Männer zu ihren Liebchen in den herumliegenden Orten und Dörfern. Da zerbröckelte dann der Gemeinschaftsgeist. Die Bikinis in den 60er Jahren: Was haben die Geistlichen damals über die Bikinis gewettert:

"Welch' ein unwürdiges Treiben!"

Wenn man die Bade-Fitzelchen heute dagegen sieht, da waren die 60er Jahre doch wirklich harmlos. Doch die Mädchen waren damals irgendwie hübscher als heute. Das geht mir jedes Mal durch den Kopf, wenn ich hübsche junge Frauen von einst sehe. So wie hier in "Unser Jahrgang 1940 vom Baby bis zum Twen".
 Burghard Pörner, Ahrbrück

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