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Zeitzeugen

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"Als Volksschüler im Berlin der 30er Jahre"

Am 1. April 1928 bin ich eingeschult worden. Mit sechs Jahren bin ich als Angehöriger des Jahrgangs 1922 in der Wasgen-Schule, der Volksschule in der Wasgen-Straße in Berlin-Schlachtensee, angemeldet worden.

Dort in diese Schule bin ich anfangs zu Fuß gegangen, dann wollte ich mit dem Fahrrad dahin fahren. Aber ich war eigentlich zu klein, um allein aufs Rad zu steigen. Da sagte mein Vater zu meinem Lehrer: "Bitte helfen Sie meinem Sohn Gerhard beim Aufsteigen auf das Fahrrad!"

Das klappte dann so mit der Rückfahrt. Aber wehe, wenn ich auf dem Heim- oder auch Hinweg durch die Stadt zwischendurch einmal anhalten mußte... Mein erster Lehrer hieß damals Timmermann. Der brachte uns in der Volksschule das Schreiben, Rechnen etc. bei. Schon das erste Zeugnis war ein schönes Zeugnis. Ich war ein guter Schüler, bin aber nie ein Primus gewesen. Nach vier Jahren Grund- bzw. Volksschule wechselte ich am 1. April 1932 zur Mittelschule in Wannsee-Stölpchensee. Das war die Wilhelm Conradt Schule. Diese Mittelschule war die spätere Realschule mit Sexta, Quinta, Quarta, usw. bis Oberprima. 20 Reichsmark mußte mein Vater monatlich bezahlen, damit ich dort hingehen konnte.

Gerhard Ehrke, 23683 Scharbeutz OT Haffkrug 

 

 
Kinderlandverschickung Schulausflug Internat

"Die Spitznamen zwischen Kaiserzeit und 60er Jahren auf dem Land"

Jede Familie in den 30er Jahren in Günterscheid und auch in Rederscheid hatte einen Spitznamen. Der war ortsbekannt. So waren die Saals "die Dimmens", weil die Uroma Saal "Timothea" hieß. Auch die Jugendlichen wurden im Dritten Reich und noch bis in die 60er Jahre hinein mit eigenen Spitznamen gerufen. So wurde beispielsweise mein Bruder Gerhard mit "Flirrem" als Spitznamen angesprochen. Das war in Günterscheid in unserer Kindheit und Jugend große Mode. In Rederscheid später war das nicht mehr so. Ab den 60er Jahren ging diese Spitznamen-Mode aus dem Westerwald wieder weg. Da wurden aus den Dimmens auch umgangssprachlich wieder die Saals. Die i- oder y-Endungen an Vornamen kamen wiederum als Halbstarken- oder Teenager-Jugendsprache mit der Verbreitung des Englischen bzw. Amerikanischen im Schulunterricht oder in der Besatzungszeit auf.

Hermann Josef Saal, Rederscheid

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