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„Überall noch lauerte der Tod."  

Das Schlimmste war überstanden, der heiße Krieg vorbei. Seine Spuren jedoch, die er hinterließ, waren grauenhaft. 112 Menschenleben, teils Soldaten an der Front, teils Zivilisten, hatte der Tod hinweggerafft. Ferner wurden 5 Pferde, 29 Kühe, 16 Stück Jungvieh und 1 Ochse getötet.

36% des alten Städtchens waren zerstört,

26 Wohnhäuser in Schutt und Asche gelegt sowie 61 Wohnungen, 13 Ökonomien und 8 Wirtschaftsgebäude vernichtet. Straße und Wege waren aufgerissen von schweren Kriegsmaschinen, die den Tod über die Rollbahn gefahren hatten.

Immer wieder zeigten die Einschläge auf Strassen und an den Häusern, dass es Eisen und Feuer vom Himmel gehagelt hatte. Zertrümmerte Fahrzeuge und wertloses Kriegsgerät am Wege bildeten sozusagen die Meilensteine der Zerstörung.

Das wenige Nutzbare, die vielen Autos im Wald an der Domäne, waren bereits ausgeschlachtet zur eigenen Verwendung oder zum Eintauschen gemäß dem Brauch der Bettelzeit.

Schilder in fremder Sprache wiesen auf beschlagnahmte Häuser hin.

Überall noch lauerte der Tod. Zerstreute Munition, ja mehrere größere Munitionsstapel, lagen unbewacht im Wald an der Strasse nach Wiesbaum, bis sie schließlich gesprengt wurden. Wie Narben in der Landschaft verteilten sich hunderte von Granatlöchern und die gezählten 1280 Bombentrichter der Fliegerbomben; Panzergräben und Stellungsbauten durchfurchten die Gemarkungen, gesprengte Befestigungsanlagen gefährdeten und störten die friedliche Arbeit.

Die bis 1948 registrierten Kriegsschäden beliefen sich auf DM 2.100.242,00

Privatschäden und DM 70.895 Gemeindeschäden. Die amerikanischen Truppen, die am 7. März 1945 Hillesheim besetzten, ließen auf ihrem Vormarsch zum Rhein nur eine kleine Besatzung kurzfristig zurück. Von ihr übernahm am 10.Juli 1945 französische Besatzung den Kreis Daun und richtete eine Militärregierung ein.

In Daun, Birgel und Hillesheim wurden Gendarmeriestationen errichtet, die notwendigen Wohnungen dafür beschlagnahmt. Sehr schwer belasteten den Kreis und auch Hillesheim in den ersten Jahren nach dem Kriege die fortlaufenden Lieferungen von Möbel, Geräten und Vieh an die französische Besatzungsmacht.

Zu alldem kam der Hunger.

Dem Erwachsenen standen im Januar 1948 für seine Ernährung täglich 1165 Kalorien zu. Dies schwankte aber häufig, da die für die einzelnen Monate vorgesehenen Lebensmittel, besonders Fett, Käse und Zucker, gewöhnlich erst in den drauffolgenden Monaten zur Ausgabe kamen.

Die Versorgungslage im Frühjahr 1948 war sehr angespannt und drohte sich bis zur Ernte weiter zu verschlechtern. Jeder versuchte in dieser 'Ramsch und Maggelzeit' durch Tausch an Lebensmittel zu gelangen, und oft trieb ihn der Hunger durch viele Dörfer, bis er seine Ware umgesetzt hatte.

Die Versorgung mit sämtlichen sonstigen zwangsbewirtschafteten Bedarfsgütern des täglichen Lebens war schließlich im Frühjahr 1948 geradezu trostlos, mit eine Folge auch der Bombenschäden und Zonengrenzen.

Die wenigen zugewiesenen Kontingente reichten bei weitem nicht aus,

den vorliegenden dringendsten Bedarf zu befriedigen. Den Bedarf an Hausbrand musste der größte Teil der Bevölkerung in Holz decken, was in dem harten Winter 1946/47 besonders schwierig war. Der erhöhte Einschlag an Brennholz trug dazu bei, die Waldbestände stark zu lichten. An Tabakwaren wurden seit Dezember 1945 monatlich 40g zugeteilt, seit August 1947 60g.

Die Behelfe der Raucher waren teilweise recht absonderlich.

Die Kriegsschäden an den Verkehrswegen in und um Hillesheim waren erheblich. Die Eisenbahn Hillesheim – Gerolstein wurde stillgelegt, die anderen Strecken meist bis auf ein Gleis abgebaut. Die Strecke Jünkerath – Hillesheim – Dümpelfed war erst 1947 wieder befahrbar. Sehr nachteilig war auch der schlechte Zustand der Strasse Rockeskyll – Walsdorf. Ihretwegen mussten schwere Lastwagen zwischen Gerolstein und Hillesheim 15 km Umweg über Dockweiler machen. Auch die Strecke Dreis – Hillesheim – Birgel war schlecht befahrbar.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren auf einem ungeahnten Tiefpunkt angelangt, es herrschten verworrene und fast zuchtlose Zustände. Unübersehbar und unlösbar schienen die Aufgaben zu sein, die sich auf allen Gebieten ergaben.“
Hermann Meyer, Hillesheim

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