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"Ich habe meinem Mann diese wunderschöne DVD zum Jahrgang 1945 geschenkt...

Gemeinsam haben wir ihn uns dann daheim angesehen. Ich muß sagen: Tolles Bildmaterial, was Sie da zusammengetragen haben! 
Man kann und sollte sich diesen Film mehrere Male ansehen, so viel ist zu sehen und wiederzuentdecken. 
Beim gemeinsamen Betrachten der Jugendzeit in den 50ern ist mir aufgefallen: Frauen-Auge guckt anders als Männer-Auge.
Denn mein Mann hat Freude pur an den alten Autos und an den Vespa-Motorrollern, die man im Film im Alltagsgebrauch sehen kann. Des weiteren natürlich am Fußballspielen der Jugendlichen. Meine Aufmerksamkeit galt hingegen mehr der Bademode in den Schwimmbädern, den Küchengeräten, die zu sehen waren. Den Einrichtungen im Wohnzimmer: Nierentisch und Brezelständer,...
... und auf die Kirmes ging man im Petticoat oder mit Elvis-Tolle.

Und so war es doch in den 50ern. Ich bin zwar ein gutes Stück jünger als mein Mann und war Ende der 60er Backfisch, oder Teenager, wie es dann mit der Beatles-Welle plötzlich hieß. Aber in den 60ern habe ich es bei mir daheim ähnlich erlebt: 
In einem 100 Seelen-Dorf bin ich aufgewachsen. In der Nähe von Wetzlar. Doch wir hatten eine starke Dorfgemeinschaft: Unser kleines Örtchen sollte immer schöner werden. Landes- und Bundessieger peilte die Dorfgemeinschaft an. Auch wenn unsere Mittel mehr als bescheiden waren. 
Ich spielte als Dorfkind mit meinen drei Schwestern - ich war die jüngste - immer draußen. 
Wir spielten mit Murmeln und Klickern;
die Puppenkleider haben wir selbst genäht
Doch uns hat es damals an Nichts gefehlt, und wir waren zufrieden. 
Als Mädchen trugen wir die Frisur mit einem Spängelchen. Ich war so vierzehn, fünfzehn, als ich mich auch schön machen konnte und mit dabei sein durfte, als es auf die Kirmes ging. Da habe ich die Atmosphäre in mich aufgenommen! 
Für die jungen Männer zählte Ende der 60er doch auch letztlich nur Eines: 
'Wie komme ich an die Mädchen 'ran?'
Mein erster Kino-Besuch war gleichfalls ein großes Erlebnis. Das Geld dafür habe ich mir in einer Pension dazu verdient. Ich wurde dort das "Mädchen für alles". Gäste aus dem Ruhrgebiet waren öfters zur Kur da. Die haben von Großstädten gesprochen. Einmal haben mich sogar belgische Gäste   zu sich nach Brüssel eingeladen. Als Mädchen vom Land habe ich mir ein Herz genommen 
und habe mich in den Zug nach Brüssel gesetzt. 
 Ich stieg da aus dem Zug aus, 
da hat mich gerade der Schlag getroffen: Soo viele Menschen!

Man muß bedenken: Ich war da gerade 15 Jahre alt. Und als Küken vom Land von der schieren Masse an Menschen einfach überfordert. Ich war so überfordert, daß ich meine Betreuerin, die dort auf mich am Bahnsteig wartete, verpaßt habe. Mit einem Taxi bin ich zu ihr nach Hause gefahren. 
Meine Erinnerungen an meine erste Reise allein: 
Zweierlei: 
Erstens gab es in Brüssel einen großen Platz. Dort stand das Atomium. Das war zehn Jahre nach der Weltausstellung von 1958. Doch für mich war es eine gewaltige Kugel. Als ich es betrat, schoß mir durch den Kopf:
Das sieht aus wie ein Raumschiff!

Zweitens bin ich in Brüssel von meinen Gastgebern ausgeführt worden. Dort habe ich mein erstes Rinderfilet gegessen. 
Noch heute kann ich den Geschmack auf der Zunge abrufen

Das war meine erste große Reise als Mädchen aus dem Dorf. Später bin ich zu einer Reisetante geworden. An der Seite meines Mannes habe ich den Jemen, Brasilien mit den Wasserfällen von Iguazu, China, Honkong und Ägypten bereist. Wer hätte das gedacht, daß aus dem armen Mädchen vom Dorf mal eine Weltreisende werden würde?
Und mittlerweile sind mein Mann und ich sogar Zeitreisende geworden. Denn 
im Sommer fahren wir mit unserem weissen Opel Kapitän Baujahr '49 
durch die Lande an den Schlössern an Rhein und Mosel entlang. 
Glücklicherweise ist mein Mann Fachmann für Korrosionsschutz von Oldtimer-Karosserien. Und ich habe auch Benzin im Blut. Seit nun schon 33 Jahren bin ich die rechte Hand bei einem VOLVO-Fachbetrieb, der auch schon mal echte Oldtimer verkauft. Wie z.B. ein Renault 4 CV, das ist ein sog. "Cremeschnittchen". Insofern bin ich wie in den 60ern auf dem Dorf "das Mädchen für Alles" geblieben. 
Übrigens, einen Fotoapparat hatte bei uns in meiner Kindheit leider keiner. Deshalb gibt es von uns vier Schwestern leider so gut wie kein Fotomaterial. Umso schöner für uns, wenn wir mit den Jugend-Filmen noch einmal in jene Zeit zurückschauen können. Sogar mit bewegten Bildern, die ich noch nirgends sonst gesehen habe. Zu den Schwimmbad-Aufnahmen wäre es schön, wenn man die passenden Lieder dazu hören könnte. Ich denke da an den Schlager von Conny Froebess 'Pack die Badehose ein...". Und noch mehr Aufnahmen von den damaligen Küchen würden mich besonders erfreuen. 
Doch die Lebenszeit schreitet geschwind dahin, 
 eben noch Teenager, dann erwachsen, und jetzt habe ich mich um meine betagte Mutter zu kümmern
Mittlerweile habe ich schon sechs weitere Jahrgangs- bzw. Jugend-Filme zu den Jahrgängen 1922, 1933, 1945, 1948, 1952,  verschenkt. Allen haben sie Freude bereitet, und ich habe sie mit einem Anruf binnen eines Tages nach Hause bekommen. In Kürze werde ich mir 'mal endlich den Film zu meinem eigenen Jahrgang gönnen. Mal sehen, was der für schöne Erinnerungen bei mir wecken wird.
Lotti Huhn, Bellersdorf