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Die 70er Jahre das sind in meiner Erinnerung doch lange Haare wie bei der blonden Sängerin von ABBA, NATO-Parkas und jede Menge Demonstrationen.

Doch ich habe jetzt gelernt, daß da noch viel mehr war. Denn meine Frau wollte ich zu unserem Jahrestag mit etwas überraschen. Mit einer DVD zu ihren Jugend-Jahren in den 70ern.

Bisweilen hat sie mir von ihren Teenager-Jahren erzählt. Da sollte solch' ein DVD-Film für sie genau das Richtige sein, habe ich gemutmaßt.

Eines Abends haben wir es uns daheim mit Salzgebäck im Wohnzimmer gemütlich gemacht und "Unsere Jugend-Jahre in den 70ern" in den DVD-Player geschoben. Da ich in den 70er Jahren schon über das Teenager-Alter hinaus war, mußte mir meine Frau Schützenhilfe leisten:

"Schau hier …, schau dort…, guck mal da…!"

Was hat sie nicht Alles entdeckt, was auch bei ihr verschütt gegangen war. Doch kaum sah sie diesen Film von TRIANOmedien, da kamen 40 Jahre später alle Erinnerungen wieder hoch. Und die Gefühle, die damit verbunden gewesen waren: Mit Clogs in den Klassenraum, Abschlussball zu Boney M-Singles vom Plattenspieler, Fahrtenschwimmer und Sportabzeichen bei den Bundesjugendspielen, Zündapp-Mofa und 2 CV, R 4 oder Kadett-Coupé als man Zwanzig war.

So tauchte sie noch einmal in ihre Jugendzeit ein. Und ich mit ihr.

Ich bin schon immer historisch interessiert gewesen. Doch nun habe ich Vieles darüber gelernt, wie es war, in jenem, ihrem Jahrzehnt groß zu werden. Egal, ob in Bayern, im Ruhrgebiet oder hoch in Bremen: Der Zeitgeist war derselbe. Der wiederum ist allemal wichtiger als die politischen Diskussionen und Entschlüsse. Das ist eh meistens nur unnützes Geschwafel. Ohne Bedeutung.

Die Überraschung für meine Frau ist mir gelungen.

Und wir haben gemeinsam einen schönen Abend gehabt. Das ist, was zählt.

Ladislav Altmann, Lüdenscheid