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1939: Der letzte Sommer vor dem Krieg 


1939 war Schulbeginn für mich. In den Sommerferien war ich noch mit meinen Eltern und meinem kleinen Bruder vom Jahrgang '35 zusammen auf die Nordsee-Insel Spiekeroog gefahren. Ein befreundeter Pfarrer stellte uns dort sein Landhaus zur Verfügung. Mein Vater war einige Jahre zuvor von den Nazis als Beamter in Wetter / Ruhr  in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Er hatte sich ihren Vorgaben nicht beugen wollen.


Diese Sommerferien im August '39 sind mir noch in guter Erinnerung. Denn in unmittelbarer Nähe von unserem Landhaus war ein kleiner Flugplatz, über dem mit Zivil- und Jagdflugzeugen "Angriffe" geflogen wurden. Im Tiefflug haben die Flugzeuge mit Bomben-Attrappen vorgegebene Ziele angegriffen. Daß dies Vorbereitungen auf den bevorstehenden Krieg waren, das war wahrscheinlich den Erwachsenen klar. Das andauernde Getöse und die Unruhe sorgten dafür, daß die erhoffte Erholung für lange Zeit ausblieb. Urlaub und Verreisen gab es erst Jahre nach dem Krieg wieder.


Der Verfasser, ein gebürtiger Wittener, ist der Redaktion bekannt