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 „Als Kind habe ich in zerschossenen Panzern gespielt.“

„Normale Pkws fuhren nach dem Zusammenbruch kaum durch die Gegend. Allenfalls mal 2 bis 3 Autos kamen täglich durch das Dorf. Und das ist schon hochgegriffen. Einmal haben wir kleine Steine auf ein vorbeifahrendes Auto geworfen.

Da ist der Fahrer  zu unserer Überraschung plötzlich herausgesprungen und hinter uns hergelaufen.

Einen von uns hat er dann bei dem daheim sich geschnappt und dem die Meinung gesagt. Das wird der nicht so schnell vergessen haben . Für uns Kinder auf dem Land war die Nachkriegszeit eine schöne, weil spannende Zeit. Denn es lag ja noch jahrelang so viel draußen herum:

  

Da waren überall große Kartuschen von Granaten. Aus denen haben wir die Pulversäckchen rausgeholt. Die haben wir dann mit Zündschnüren und Zündplättchen verbunden, unter Steine gelegt und auf die Zündplättchen draufgeschlagen. Dann gab das aber ein Feuerwerk. Genau so, wenn wir eine Hand-Wasserpumpe mit Pulver gefüllt haben.

Einmal habe ich sogar auf ein Zündplättchen draufgeschlagen, das noch in einer Kartusche steckte:

Auf einmal gab es eine meterlange Stichflamme, die aus der Kartusche nach hinten herausging: Damit habe ich einen Nachbarn fast zu Tode erschreckt. Was hätte auch nicht alles passieren können?!

Unsere Mutter konnte uns nur mit Arrest bändigen: Zwei Tage nach der Schule kein Ausgang mehr und Haus-Arrest.

Das war für uns Brüder das Schlimmste!

Doch unsere Scheune war noch voller Granat-Kartuschen aus Beständern der Wehrmacht, die wir mit Heu abgedeckt hatten - zumindest bis die Amis weg waren. Was hätte auch da nicht alles passieren können, wenn die dieses Munitions-Lager bei uns entdeckt hätten?! Doch wir waren noch Kinder.

Einem von uns wurde das auch zum Verhängnis, denn er war mit sieben der Jüngste. Er war mit seinen Eltern aus dem Ruhrgebiet geflohen. Dieser Junge hatte an eine Zündkapsel nicht etwa eine 50, 100 oder 200 cm lange Zündschnur befestigt, sondern nur eine 20 cm lange. Das war entschieden zu kurz.

Im Haus zündete er sie an, schaffte es aber nicht mehr nach draußen.

Im Hausflur ist die Zündkapsel explodiert und hat ihn an Brust, Armen und Gesicht auf das Schwerste verletzt. Ich sehe ihn noch jetzt, wie sie ihn da in einen Kinderwagen gelegt haben, um ihn so zu einem Sanitäter zu fahren...

Das hat unser Spiel mit alter Munition erst einmal einen Dämpfer versetzt.

Es war doch nach dem Abzug der deutschen Wehrmachts-Soldaten alles so verflucht einfach: Karabiner, Handgranaten, Pistolen, Maschinenpistolen, Sprengkapseln, Granat-Kartuschen, ja selbst Minen und Maschinengewehre aus Wehrmachtsbeständen lagen allüberall herum. Die Amerikaner hatten ihre eigene Ausrüstung und andere Sorgen. Wir als Kinder durften überall herumlaufen. Wie man damit umgeht, das hatten wir in den Monaten zuvor uns von den einquartierten Soldaten abgeschaut.

Und jetzt wollten wir was erleben, denn wir hatten Nachholbedarf.

Jahrelang sind wir noch zu einer Deponie bei Asbach gepilgert. Dort lagen die ganzen Hinterlassenschaften aus dem Krieg. Ich kam mir da im Dunkeln auf dem Rückweg wie der Kohlenklau mit einem Sack vor: Im Dreschkasten haben wir anschließend all‘ die Zündschnüre versteckt.

Es ist schon erstaunlich, dass damals so vergleichsweise wenig passiert ist. Heutzutage ist so eine Sorglosigkeit gar nicht mehr vorstellbar.

Das sind so Anekdötchen, die vergißt man nicht. Mit diesem Geschenk-Film "Unser Jahrgang 1941 vom Baby bis zum Twen" werden so viele kleine Details wieder lebendig. Siebzig Jahre später! Das war schon eine schöne, weil so spannende Zeit!"
Von Hermann Josef Saal, Rederscheid

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