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Die Abschlussfeier im Olympiastadion in München

 

wird von dem Eindruck des Massakers vom 5. September überschattet.
Zudem findet sie deswegen auch einen Tag später als ursprünglich geplant statt.
Nicht zuletzt durch großzügige Regelungen ist das Stadion dennoch gefüllt.
Es ist eine schöne Abschluss-Zeremonie, jedoch etwas verhalten.


Die Trachtenformationen tanzen anders als ursprünglich vorgesehen nicht.
Die jungen Athleten hingegen würden gerne noch mehr ihrer Anspannung der letzten 16 Tage abbauen. Übersprudelnde Lebensfreude und Vitalität hier, und Zurückhaltung und Verhangenheit dort.


Die olympische Flamme erlischt

 

Die 62.000 an die Zuschauer verteilten Lämpchen gehen aber nur zu einem Teil an.

 

MONTREAL 1976

 

zeigt eine der beiden großen Anzeigetafeln. Das ist ein Ausblick auf die XXI. Olympischen Sommerspiele. In vier Jahren.

 

Die XX. Olympischen Sommerspiele zu München 1972 haben dort, in Kiel und anderswo
in Süddeutschland fast 2 Milliarden DM gekostet, und damit das Plan-Budget um ein
Mehrfaches überschritten.

1,3 Milliarden DM konnten am Markt über den Verkauf von fünf Silber-Gedenkmünzen
zum Thema Olympische Spiele München 1972 sowie über die Olympia-Lotterie,
die GLÜCKSSPIRALE und die Ausgabe von Sonderbriefmarken und Gedenkmedaillen
vereinnahmt werden.

Rund 720 Millionen DM hatte der Steuerzahler zu tragen bzw. wurden zum Fundament
der sich Anfang der 1970er Jahren entwickelnden Staatsverschuldung.

 

Die XX. Olympischen Sommerspiele zu München 1972 hatten von vorneherein ganz anders als ihre deutschen Vorgänger-Spiele in Garmisch-Partenkirchen und Berlin im Jahr 1936 sein sollen:


„Leicht und heiter“ statt Pathetisch-imposant.

 

Mit sehr viel Gestaltungswillen, mit sehr viel Geld und
sehr viel systematischer Vorbereitung hatte dieses Ideal umgesetzt werden sollen

 

Man kam ihm in der Umsetzung recht nahe. Perfektion in der Planung und Umsetzung sollte die gewünschte Emotion erzeugen.

 

Doch letztlich stehen die XX. Olympischen Sommerspiele von München 1972 seit dem 5. September 1972 mehr als bislang alle anderen Olympischen Spiele für Ohnmacht vor dem Tod.

 

Für das hochmoderne Olympia-Gelände waren knapp 25 Jahre nach Kriegsende sogar die Schuttmassen vieler zerbombter Häuser neu geformt und begrünt worden: Als Olympia-Berg.


Doch ein zukunftsweisenderes Aufbruchs-Signal als das Umwidmen von Kriegsschutt ist der Ausspruch vom scheidenden IOC-Präsidenten Avery Brundage am 6. September 1972.


Während der Trauerzeremonie im Münchner Olympia-Stadion, und 2 ½ Jahre vor seinem eigenen Tod:

„The games must go on.“

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