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Die olympischen Spiele 1972 in Presse und Medien

Millionen Deutsche sitzen am 26. August um 15.00 gespannt vor dem Fernseher

 

Die Fernseh-Übertragungen finden in Farbe statt. Das ist 1972 noch nicht überall Selbstverständlichkeit.
Viele Deutsche nutzen diesen Anlaß, um sich ihren ersten Farbfernseher zuzulegen.

 

Das 1972 hochmoderne Farbfernsehen nimmt auch Einfluß
auf die Architektur des Olympia-Stadions

 

Denn für ein gutes Farbfernseh-Bild muß das Dach des Olympia-Stadions lichtdurchlässig sein.
Nur so ist zu jeder Tageszeit ein guter TV-Bildkontrast gewährleistet. Ein Bildkontrast ohne Schlagschatten. Acrylglas ist die Lösung und verspricht neben Lichtdurchlässigkeit, Langlebigkeit, Wasserdichte, Feuerfestigkeit auch gute Montage-Möglichkeiten.

 

Für ein gutes TV-Bild trägt ebenso eine neuartige Flutlichtanlage bei. Diese Flutlichtanlage erzeugt ein Licht mit nahezu der gleichen Farbtemperatur des Sonnenlichtes. Das wiederum erlaubt den Einsatz von Tageslichtfilmen. Tageslichtfilmen in den Filmkameras der Fernseh-Anstalten, Wochenschauen, Filmproduktionen und der abertausenden Amateurfilm-Kameras, die die Zuschauer und Funktionäre benutzen. Das führt zu guten 8, 16 und 35 mm Filmaufnahmen. Ohne Grün- oder Gelbstiche.

 

Zwei große Anzeigentafeln von „Elektronengehirnen“ gesteuert

 

verkünden in Sekundenschnelle die Ergebnisse der einzelnen Wettkämpfe. In weiss-gelblichen Lettern auf schwarzem Hintergrund. 30 Tonnen sind sie jeweils schwer. Denn sie enthalten auch ein wertvolles Innenleben: Rund 20.000 Meter Kabel und Draht. 24.000 OSRAM-Glühlampen mit je 25 Watt. 340 Zeichen können pro Anzeigentafel wiedergegeben werden. Bei Bedarf sogar in Laufschrift. Diese Technik ist in den USA bei der Firma ELECTRON-CONRAC eingekauft worden.

 

In kleineren Ausführungen gibt es diese Anzeigetafeln u.a. von der Firma OMEGA auch in den anderen Wettkampfstätten. Eine ähnliche Digital-Technik wurde bereits 1964 bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio eingesetzt. In München sind sie 1972 aber Anhängsel des olympischen Rechenzentrums. Das Rechenzentrum ist von der Firma SIEMENS installiert worden. Drei Siemens Computer vom Typ 4004/45 sind im Einsatz. Davon einer als Ersatzgerät.

 

Diese drei Elektronengehirne sind der ganze Stolz der
deutschen Hochtechnologie im Sommer 1972

 

500 Millionen Daten haben sie zu den Spielen abgespeichert. Eine ungeheure Menge an Daten für die frühen 1970er Jahre.

 

Siemens, Junghans, Longines und ZEISS zeichnen für die neuartige Zeitmessung verantwortlich: Infrarot-Strahlen, Prismen-Reflektoren, Computer, Zielkameras, Hochgeschwindigkeits-Fernsehkameras und Magnetband-Aufzeichnungen sind

 

der letzte Schrei im olympischen Sommer 1972

 

Eine MAZ-Zentrale beherbergt 17 magnetische Bild-Aufzeichungsanlagen. 5 TV-Studios. 5 Film-Mischstudios. 32 Film-Schneideräume. Aus 25 Wettkampfstätten wird live per elektronischer Fernsehkamera übertragen. Aus immerhin 13 noch per Film. 16 oder 35 mm. Insgesamt 3.000 Rundfunk- bzw. Fernseh-Journalisten sowie Techniker produzieren so im Deutschen Olympia Zentrum TV- und Radio-Sendungen zum Fortgang der Olympischen Spiele.

 

Stündlich können bis zu 3.000 Meter Film entwickelt
und während der Spiele insgesamt 214.000 Filme verarbeitet werden.

 

Das ist wichtig für die zugelassenen 350 Berufs-Fotografen.
Agfa-Gevaert entwickelt für diese Presse-Fotografen kostenlos:

  • Schwarz-Weiss-Filme aller Hersteller
  • Farb-Negativfilme Agfacolor CN und CN S
  • Umkehr- oder Diafilme Agfachrome 50 S und 50 L
  • Umkehr- oder Diafilme Agfacolor CT 18

 

Die Kodak AG wiederum entwickelt kostenlos:

  • Umkehr- bzw. Dia-Filme Kodak Ektachrome X
  • Umkehr- bzw. Dia-Filme Kodak High Speed Ektachrome

 

Oder die Sport-Fotografen entwickeln, kopieren oder vergrössern ihre Filme im Zentrallabor von Agfa-Gevaert und Kodak selbst. Auch dafür gibt es genügend Möglichkeiten.

 

Selbst der Filmtransport der akkreditierten 350 Fotografen ist geregelt: Film-Kuriere pendeln zwischen den Wettkampfstätten und dem Pressezentrum. Sie nehmen jede Film-Patrone oder -Kassette der Presse-Fotografen direkt am Ort des Geschehens entgegen. Schnelligkeit ist auch bei den nicht-elektronischen Aufnahmen Trumpf.

 

Doch die meisten Fotos und Filmaufnahmen werden
nicht von emsigen Presse-Leuten gemacht,

 

weder auf der Presse-Tribüne oder den Fotografen-Plätzen, noch im 500 m langen Reporter-Graben, sondern an ganz anderer Stelle...

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